Wem gehört der Schnee?

Eine Unterrichtsidee zur Ringparabel für den Religionsunterricht der Grundschule

Das gleichnamige Bilderbuch von Antonie Schneider und Pei-Yu Chang, erschienen im NordSüd Verlag, 2019, ist eine Adaption von Gotthold Ephraim Lessings Ringparabel. Es spielt wie sein „Nathan der Weise“ in Jerusalem. Als in Jerusalem Schnee fällt, müssen die drei Kinder lernen, sich an dem kleinen Wunder zu erfreuen, statt sich darüber zu streiten, welcher Gott ihnen den Schnee geschenkt hat. So ist es auch den Religionen aufgegeben, sich über die Vielfalt der Riten und Traditionen zu freuen, anstatt einander zu bekämpfen.

Ein Unterrichtsvorschlag von Nadine Glage mit freundlicher Genehmigung des NordSüd Verlags Zürich

Schritt 1UnterrichtsschritteDidaktische Hinweise & Material
Rafi, Mira und SamirSuS betrachten das Bild der drei Kinder und äußern sich dazu.M 1: Protagonisten
Was fällt uns (äußerlich) an den drei Kindern auf? Können wir erkennen, welcher Religion sie angehören? Nein, aber es gibt Hinweise.
SuS recherchieren in digitalen oder analogen Quellen die Antworten und tragen die Kennzeichen der Religionen zusammen.M 2: Hinweiskärtchen: Oberbegriffe
Impulsfragen (Beispiele): Welches Gebetshaus besuchen sie? Wie heißt ihr heiliges Buch?
SuS betrachten ein Bodenbild.M 3: Bodenbild
Ein Rundtuch liegt im Sitzkreis. Um das Tuch herum liegen die Oberbegriffe (M 2) der Religionen (Person, Gebetshaus etc.). Vier farbige Tücher stehen für die drei Religionen sowie für eine weitere Religion/Weltanschauung der SuS.
Die drei Protagonisten werden auf je eine der vier Tücher gestellt. Die Bildkärtchen werden den Protagonisten zugeordnet und ebenfalls auf das passende Tuch gelegt.M 4: Bild- und Wortkarten: Gebetshaus, Gebetshaltungen, heiliges Buch, wichtige Personen, Symbole
Schritt 2UnterrichtsschritteDidaktische Hinweise & Material
„Das ist mein Schnee!“SuS betrachten die ersten fünf Doppelseiten des Buches.Der Text aller fünf Doppelseiten wird verlesen oder gelesen.
Das Bilderbuch zeigt Personen, die in Jerusalem leben, z. B. Soldaten, Händler, Klosterfrauen, Pilger …
SuS erarbeiten die Situation, in der die Kinder in Streit geraten.Möglicher Impuls: Wie wäre die Geschichte verlaufen, wenn die Kinder auf die Worte „mir, mein, mich…“ verzichten würden?
Beobachtungsaufgabe: Rafis Hand ist schwarz geworden. Ist das ein Indiz für Gewaltbereitschaft?
SuS bearbeiten ein Arbeitsblatt.M 5: Arbeitsblatt Streitsätze
SuS betrachten die Doppelseiten 6-8.Der Text der Doppelseiten 6 und 7 wird verlesen oder gelesen. Die Doppelseite 8, die die drei Lehrer zeigt, wird präsentiert, aber noch nicht gelesen.
SuS bearbeiten ein weiteres Arbeitsblatt.M 6: Arbeitsblatt Lehrer. Die SuS überlegen sich mögliche Antworten der Lehrer.
SuS besprechen die vermuteten Antworten.Es wird in diesem Schritt bereits deutlich, dass die Antworten der drei religiösen Lehrer ähnlich oder sogar gleich ausfallen werden.
SuS hören die Antworten der Lehrer und reflektieren sie.Die Doppelseite 8, die Antworten der Lehrer, werden verlesen oder gelesen: „Nun zeig‘ mir den Schnee!“ Die Antwort zeigt, dass die Kinder keinen Besitzanspruch auf den Schnee haben, sondern dass er allen gehört. Der Streit kann nicht entschieden werden, da der Schnee geschmolzen ist.
Schritt 3UnterrichtsschritteDidaktische Hinweise & Material
Welche Religion ist die wahre?SuS betrachten die Doppelseite 9.Der Text der Doppelseite wird verlesen oder gelesen.
SuS erarbeiten die Begründungen der Lehrer.Der Schnee hat ein Geheimnis. Wer versucht, sein Geheimnis zu beweisen, verliert es. Ebenso ist es mit Gott. Wer versucht, ihn zu beweisen, verliert ihn.
SuS betrachten die Doppelseite 10 und fragen sich, was die Kinder nun denken.Der Text wird zunächst noch nicht vorgelesen.
Die SuS überlegen, welchen Fehler die Kinder gemacht haben. Sie hätten den seltenen Schneefall besser für das Spielen nutzen sollen.
Dann wird der Text der Doppelseite 10 gelesen.
SuS betrachten die letzten beiden Doppelseiten des Buches und reflektieren das Ende der Geschichte. Die Kinder erhalten einen neue Chance, es besser zu machen, denn es schneit erneut. Die Lehrer und die Bewohner Jerusalems kommen hinzu und freuen sich mit ihnen.
SuS übertragen die Geschichte der Kinder auf das Verhältnis der Religionen.Nicht die Zeit mit Abgrenzung und Streit verwenden, sondern die andere Religion kennenlernen und nicht abwerten.

Dieses Bildungsmedium ist im Vorfeld der OER-Maker Impulse entstanden und dient als Beispiel.

CC BY-SA 4.0
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Wem gehört der Schnee? (my relilab) von , Lizenz: CC BY-SA .

Was wird erzählt?

„Wem gehört der Schnee?

„Wem gehört der Schnee?“ von Antonie Schneider, illustriert von Pei-Yu Chang (© 2019 NordSüd Verlag AG, Zürich, Schweiz)

Das Bilderbuch spielt wie Lessings „Nathan der Weise“ in Jerusalem. In humorvoller Weise erzählt es die Geschichte der Kinder Mira, Samir und Rafi, die stellvertretend für die drei monotheistischen Weltreligionen stehen. Als es in Jerusalem schneit, freuen sie sich zwar über das seltene Ereignis, aber sie streiten darüber, wem der Schnee gehört. Diese Frage wollen sie den Gelehrten ihrer eigenen Religion vorlegen. Doch bevor sie noch die Schreibstuben der Geistlichen erreichen, ist die Chance vertan, gemeinsam im Schnee zu spielen. Der Schnee, den sie ihnen vorlegen wollten, ist geschmolzen. Was tun?

Was wird erzählt?

Was wird erarbeitet?

Welche Religion ist die wahre?

Der Streit hat die Kinder um das Vergnügen gebracht, im Schnee zu spielen. Doch sie bekommen eine zweite Chance, denn in der folgenden Nacht schneit es erneut.
Auch die Religionen gehen in die Irre, wenn sie ihre Kraft in sinnlosen Streitigkeiten und Rechthaberei verschwenden. Das haben sie aber viel zu lange getan. Die Schülerinnen und Schüler lernen nun ihre Vielfalt kennen.

Was wird erarbeitet?

Dieses Material basiert auf einer Kopie der OER "Abraham und Sara - Eine Unterrichtsreihe zu Segen, Wüste, Glauben und Zweifel".

Bildungs-/Lehrplanbezug

2 Kommentare

  1. […] Unter https://my.relilab.org/material/wem-gehoert-der-schnee/ findest du ein großartiges Material zum gleichnamigen Bilderbuch von Antonie Schneider und Pei-Yu Chang, erschienen im NordSüd Verlag, 2019. Es ist ist eine Adaption von Gotthold Ephraim Lessings Ringparabel. Es spielt wie sein „Nathan der Weise“ in Jerusalem. Als in Jerusalem Schnee fällt, müssen die drei Kinder lernen, sich an dem kleinen Wunder zu erfreuen, statt sich darüber zu streiten, welcher Gott ihnen den Schnee geschenkt hat. So ist es auch den Religionen aufgegeben, sich über die Vielfalt der Riten und Traditionen zu freuen, anstatt einander zu bekämpfen.Ein Unterrichtsvorschlag von Nadine Glage mit freundlicher Genehmigung des NordSüd Verlags Zürich […]

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